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Wie sich die links-sekuläre Gesinnung in Palästina zu einer islamisch-populistischen Bewegung entwickelte



Ort: Mozaik, Stauffacherstr. 101 A, 8004 Zürich
Datum: Sonntag, 10.04.2011, um 14.00
Sprache: Die Veranstaltung wird zweisprachig,
                Deutsch und Türkisch, geführt.
Nach der Veranstaltung gibt es im Mozaik Abendessen.

 

Die von der Mozaik - Veranstaltungsgruppe organisierte Diskussionsreihe über Palästina setzen wir nach den ersten beiden Teilen („Die Geschichte der Entstehung eines Gefängnisses“ und „Die jüdische Identität und ihre Folgen auf den Nahostkonflikt“) mit dem dritten Teil fort. In diesem Teil der Diskussionsreihe gehen wir der Frage nach, wie sich die links-sekuläre Gesinnung in Palästina zu einer islamisch-populistischen Bewegung entwickelt hat.



 

 

 

Die sozialistische linke Bewegung der Türkei hat sich nach den 60er Jahren intensiv mit der palästinensischen Frage auseinander gesetzt und sich mit ihm solidarisiert. Diese Solidarität fand auf verschiedenen Ebenen statt. Die palästinensische Widerstandsbewegung bestand damals
aus verschiedenen politischen Strömungen wie z.B. Arafat, ein Vertreter der nationalistischen linken Bewegung, aber auch von marxistischen Bewegungen wie Habbas und Havatme. Ein wichtiges gemeinsames Merkmal dieser Widerstandsbewegung war seine sekuläre und linke
Ausrichtung.

 

Nach den 80er Jahren veränderte sich die politische Landschaft in Palästina und im Jahre 2000 hat sich die islamische Bewegung in der Gesellschaft durchgesetzt.

Unsere Redner Firas Abdelhadi und Marc Rudin werden diesen Veränderungsprozess näher erläutern und aufzeigen, welche gesellschaftlichen und politischen Einflussfaktoren diese Entwicklung begünstigt haben.

Während unserer Diskussionsreihe haben in der arabischen Welt radikale, revolutionäre Veränderungen stattgefunden, die auch Palästina und die islamische Bewegung beeinflussen können. Wir haben die Gelegenheit, mit unseren Gästen, welche die Entwicklungen in der arabischen Welt aus der Nähe verfolgen, darüber zu diskutieren.

Firas Abdelhadi ist im Jahre 1964 in Dubai
als Sohn einer vom Palästina, bzw. vom
heutigen Israel, vertriebenen Familie,
geboren. Nach Verlust vom Heim und Land
im Jahre 1948, musste sich die Familie von
Faris Abdelhadi ins Flüchtlingslager
„Balata“in der Stadt Nablus um Ihr Überleben
kämpfen. Jahre später mussten seine Eltern
nochmals flüchten, diesmal nach Dubai, wo
Firas, 1964 zur Welt kam.
Bereits 1975, nach Beginn des Bürgerkrieges
in Libanon, wurde Firas in der Schule
politisch aktiv.

Nach Abschluss seiner
Matura im Jahre 1981 ging er nach Italien,
um Medizin zu studieren, wo er zwischen
1981 – 1986 politisch sehr aktiv war. Er
wurde deshalb 1986 aus Italien ausgewiesen
und lebt seit 1987 in der Schweiz als
Menschenrechts- und Friedensaktivist. Er ist
Palästina-Beauftragter im Vorstand der GSP
(Geselschaft Schweiz Palästina,
Vorstandsmitglied der „PalGem“, Verein der
palästinensischer Gemeinden in der Schweiz,
Mitbegründer Cafe Palästina PolitoKulturTreff
Zürich und Mitbegründer der Kampagne
Olivenöl.

Marc Rudin ist 1945 in Bern geboren. Er
kam erstmals als Schüler mit antirassistischhumanitärer
Gesinnung in Berührung. Er
arbeitete in Paris mit arabischen
MigrantInnen in einem Palästina-
Solidaritätskomitee und gestaltete für den
palästinensischen Widerstand Plakate. Diese
Aktivität setzte er 1980 in Libanon fort, wo er
1981 auch aktiv an der Verteidigung Beiruts
gegen die israelische Invasion teilnahm, um
anschliessend nach Syrien evakuiert zu
werden, wo er weiterhin politisch und
künstlerisch mit dem palästinensischen
Widerstand arbeitete, wofür er 1991 in der
Türkei verhaftet wurde und fünfeinhalb Jahre
in türkischen und dänischen Gefängnissen
verbrachte.

Seither ist er in Zürich als Mitglied
des 1.-mai-Komitee tätig.